Evektor · Tschechien
EV-97 EuroStar SL
2 Inserate verfügbar
Marktpreise
Minimum
68.800 €
Durchschnitt
76.900 €
→ StabilMaximum
85.000 €
Baujahre 2010–2011 · 2 Inserate ausgewertet
Über die EV-97 EuroStar SL
Die Evektor EV-97 EuroStar SL ist die überarbeitete Generation des tschechischen Erfolgsmusters aus Kunovice. Vorgestellt wurde sie 2008 auf der ILA: SL steht für „Sleek Line" und beschreibt genau das, was die Baureihe von der Ur-Eurostar unterscheidet – bessere Aerodynamik, ein neues Seitenleitwerk und eine geräumigere Kabine. Gebaut wird sie im Werk in Kunovice, das 1970 als Aerotechnik entstand, 1996 vollständig von Evektor übernommen wurde und 1999 zur EVEKTOR-AEROTECHNIK a.s. wurde; die EuroStar-Familie ist das verbreitetste Ultraleichtmuster des Hauses.
Der wichtigste konstruktive Unterschied liegt am Rumpf: Das Rumpfunterteil ist bei der SL als Stahlrohrgitterrahmen mit GFK-Aufbau ausgeführt, während Flügel und Leitwerk der bewährten Aluminiumbauweise treu bleiben. Der Flügel hat 9,84 m² Fläche; das Flughandbuch nennt eine Flächenbelastung von 45,7 kg/m² (bezogen auf 450 kg), bei 472,5 kg Startmasse ergeben sich rund 48 kg/m². Bei der Spannweite widersprechen sich die Dokumente: Das deutsche Flug- und Betriebshandbuch, das aktuelle Herstellerdatenblatt und die DAeC-Kennblätter nennen 8,15 m mit hochgezogenen Randbögen, ältere Handbuchausgaben 8,10 m. Innerhalb der Baureihe existieren die Ausbaustufen SL, SL+ und SLX; welche Ausführung vorliegt, ergibt sich aus den Papieren des Exemplars. Abzugrenzen sind die Eurostar SLW-Sport, die 2020 eine 600-kg-Musterzulassung erhielt, die SLW, die in den Quellen mit 580 kg Startmasse geführt wird, sowie die LSA-Schwester SportStar – eigene Baureihen mit anderen Werten. Standardmäßig liefert Evektor die SL mit Rotax 912 ULS (100 PS) inklusive Rutschkupplung und Airbox, das Flughandbuch beschreibt auch die Basisversion mit Rotax 912 UL (80 PS); der am Boden verstellbare Propeller Propuls AES 1700/3/R ist Standard, Alternativen von DUC, Woodcomp, Neuform oder Kaspar sind verfügbar.
Fliegerisch bleibt die SL eine schnelle Reisemaschine im UL-Rahmen: je nach Leistungseinstellung etwa 170–200 km/h Reisegeschwindigkeit, als höchstzulässige Reisegeschwindigkeit nennt das deutsche Handbuch VNO 235 km/h, die Überziehgeschwindigkeit liegt bei 65 km/h, das Steigen bei 7,5 m/s, die Startstrecke bei 150 m und die Landestrecke bei 200 m, die Gleitzahl bei 10:1 bei rund 15 l/h Verbrauch. Die Reichweitenrechnung des Handbuchs geht von etwa 690 km bei 154 km/h bzw. 630 km bei 169 km/h aus – jeweils aus dem 65-Liter-Rumpftank hinter den Sitzen und ohne Reserve. Das Flughandbuch schreibt 472,5 kg maximale Startmasse und ein Mindest-Besatzungsgewicht von 55 kg fest. Zur beschriebenen Ausrüstung gehört das ballistische Galaxy-Rettungssystem GRS 6 473 SD B2; das britische Handbuch weist die SL nach BCAR Section S aus und beschränkt den Betrieb ausdrücklich auf Tag-VFR – IFR und Flug bei Vereisungsbedingungen sind verboten. Die aktuellen Preise für SL-Exemplare stehen als Durchschnitt, Minimum und Maximum oben auf dieser Seite; sie werden live aus den echten Inseraten berechnet.
Stärken der SL sind die spürbar bessere Aerodynamik gegenüber der ersten Generation, die mit 1,18 m Kabinenbreite und 46,5 Zoll Schulterfreiheit auch für größere Piloten brauchbare Kabine, der ab Werk verstellbare Composite-Propeller, die 472,5 kg Startmasse und die vom Hersteller dokumentierte Schlepptauglichkeit – Segelflugschlepp bis 700 kg und Bannerschlepp bis 140 m². Die Schwächen: Die Zuladung bleibt UL-typisch begrenzt, denn das deutsche Flughandbuch nennt für den Grundstandard eine Leermasse von rund 302,5 kg, sodass bei 472,5 kg Startmasse nur etwa 170 kg für Besatzung, Gepäck und Kraftstoff bleiben; das feste Fahrwerk und der 65-Liter-Tank setzen Reichweite und Reiseleistung klare Grenzen; und die Dokumente sind nicht immer deckungsgleich, etwa bei Spannweite und Leermasse. Auch die Bezeichnungen SL, SL+, SLX und SLW werden im Gebrauchtmarkt gern durcheinandergeworfen – hier ist Sorgfalt beim Papiercheck nötig.
Die EuroStar SL ist die richtige Wahl für Piloten, die eine moderne, schnelle Metall-Reisemaschine mit gutem Platzangebot suchen und den Wartungsvorteil eines weit verbreiteten Rotax-Antriebs schätzen. Vereine profitieren zusätzlich von der Schleppzulassung. Wer möglichst günstig in die Baureihe einsteigen will, sollte die ältere EV-97 Eurostar prüfen; wer mehr Zuladung braucht, muss zu den Baureihen mit höherer Startmasse greifen, die technisch nicht mehr zur SL gehören.
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