Zenair · Kanada
Zodiac CH 601 XL
3 Inserate verfügbar
Marktpreise
Minimum
12.900 €
Durchschnitt
35.615 €
→ StabilMaximum
49.500 €
Baujahre 2006–2008 · 3 Inserate ausgewertet
Über die Zodiac CH 601 XL
Die Zodiac CH 601 XL ist die schnelle Ausbaustufe der Zodiac-Reihe, die auf die 1984 erstgeflogene CH 600 von Chris Heintz zurückgeht. Für den deutschen UL-Markt gibt es zwei Kennblätter: 61196 führt die Baureihe „CH-601XL“ mit Czech Aircraft Works s.r.o. in Staré Město (Tschechien) als Hersteller bis zur Produktionseinstellung am 31.12.2006, 61196.1 nennt ab 01.01.2007 Zenair Ltd. am Huronia Airport in Ontario. Hersteller und Musterbetreuer ist nach beiden Kennblättern Zenair Ltd. Die Kennblätter kennen ausschließlich die Baureihe „CH 601 XL“ – die häufig anzutreffende Bezeichnung „XL-B“ ist keine eigene deutsche Musterzulassung. Sie ist am Markt gebräuchlich; was sie im Einzelfall bedeutet, muss über den Einbaunachweis geklärt werden.
Gebaut wird die XL als Ganzmetall-Tiefdecker aus Aluminium mit Kreuzleitwerk, festem Bugrad-Dreibein und zwei Sitzen nebeneinander in einer 1,12 m breiten Kabine. Bei 8,20 m Spannweite und 12,3 m² Flügelfläche liegt das maximale Abfluggewicht der deutschen UL-Zulassung bei 472,5 kg mit installiertem Rettungsgerät. Angetrieben wird sie vom Rotax 912 S/ULS/ULSFR mit 100 PS, dazu sind fünf dreiblättrige, am Boden verstellbare Kunststoffpropeller zugelassen. Der Kraftstoff steckt in zwei Aluminium-Flächentanks mit je 45 Litern, alternativ in 36-Liter-Tanks; als Rettungsgerät ist BRS hinter oder vor dem Brandschott vorgesehen.
Das Werkshandbuch der tschechischen Ausführung nennt für den Rotax 912 ULS mit Woodcomp-Propeller eine Steigrate von 6,1 m/s auf Meereshöhe, eine Startrollstrecke von rund 100 m auf Beton und 190 km/h IAS Reisegeschwindigkeit in 3.000 ft bei 5.500 1/min. Bei sparsamen 4.500 bis 5.000 1/min sinkt der Verbrauch auf 12 bis 15 l/h; das Handbuch nennt dafür Reichweiten von 850 bis 924 km – allerdings bis zur Tankleere ohne jede Reserve, weshalb für die Planung rund 100 km abzuziehen sind. Die deutschen UL-Betriebsgrenzen sind enger gefasst als die Handbuchwerte: VNE 224 km/h CAS, Manövergeschwindigkeit 146 km/h, Klappengrenze 130 km/h und Mindestgeschwindigkeit 63 km/h CAS. Der demonstrierte Seitenwind liegt bei nur 5 m/s.
Stärken sind die für ein Metall-UL hohe Reisegeschwindigkeit, die große Reichweite, die reparaturfreundliche Nietkonstruktion und die internationale Verbreitung der Baureihe. Die Schwächen gehören offen benannt: Das NTSB zählte im April 2009 sechs Strukturbrüche im Flug seit 2006 an 601 und 601 XL. Die Niederlande legten am 24.10.2008 die dort registrierten CH 601 XL still; am 07.11.2009 veröffentlichte die FAA ein Special Airworthiness Information Bulletin, AMD und Zenith Aircraft gaben am selben Tag die Nachrüstforderung heraus. Das Nachrüstpaket verstärkt tragende Strukturbauteile von Flügel und Steuerung; der genaue Umfang ergibt sich aus der Safety-Alert-Unterlage. Die Zulassung von Seriennummern erfordert eine schriftliche Bestätigung des Musterbetreuers Zenair – nach Kennblatt 61196 für Seriennummern bis 01.01.2007, nach 61196.1 ohne Datumsgrenze für alle Seriennummern. Dazu kommen die schmale Kabine, der geringe demonstrierte Seitenwind und die niedrige Klappengeschwindigkeit.
Die CH 601 XL passt zu Piloten, die schnelles Reisefliegen im UL-Budget wollen und mit einem Metallflugzeug samt Nietarbeit umgehen können. Beim Kauf gehört der Nachweis des Nachrüstpakets ganz nach vorne: Aufkleber allein genügt nicht, entscheidend sind Einbaunachweis, gültiges Kennblatt in der richtigen Ausgabe, die schriftliche Zenair-Bestätigung zur Seriennummer und ein aktueller Wägebericht, denn die Leermasse steht im Kennblatt ausdrücklich nur „gem. Wägebericht“.
Technische Daten
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