RANS · USA
S-6 Coyote II
Über die S-6 Coyote II
Die RANS S-6 Coyote II ist das erfolgreichste Muster von RANS Designs aus Hays, Kansas und einer der meistgebauten UL-Bausätze überhaupt. Sie entstand aus dem einsitzigen S-4 Coyote (Entwurf 1982, Erstflug März 1983) über den S-5; die S-6-Reihe flog erstmals 1988, die Serienfertigung der Coyote II begann 1989. Bis Januar 2008 waren über 1.800 Exemplare in der Luft, bis 2011 rund 2.100.
Gebaut wird die S-6 in klassischer RANS-Gemischtbauweise: geschweißter Cockpitkäfig aus 4130-Stahlrohr, genieteter Heckrumpf aus Aluminiumrohr, stoffbespannte Flügel und Leitwerk. Die Varianten sind zahlreich und für Käufer wichtig: S-6 (Urversion mit Rotax 503), S-6ES „extended span" ab April 1990, S-6S bzw. Super Six ab 1993 mit klassischer Dope-und-Stoff-Bespannung sowie das Fertigflugzeug S-6LS (SLSA) ab Dezember 2008. Dazu kommen zwei bis drei Flügeloptionen: der Standardflügel mit 10,52 m Spannweite und 155 sq ft Fläche, der kleinere trapezförmige Sportflügel „116" mit 8,99 m Spannweite und 116 sq ft (im deutschen Kennblatt als „Tragfläche 116" mit 9,0 m geführt) sowie der „Area-2"-Flügel mit rund 10 sq ft mehr Fläche und größeren Rudern. Achtung: Im deutschen Kennblatt ist zusätzlich ein „Sportwing" mit 10,5 m Spannweite eingetragen – welche Fläche montiert ist, muss am Flugzeug geklärt werden. Die Gleitzahl gibt der Hersteller mit 9:1 an (Werksangabe für die S-6ES, unabhängig von der Motorisierung). Hinzu kommt die Wahl zwischen Dreirad- und Spornradfahrwerk. Motorisiert wurde vom Rotax 503 (50 PS) über den 582 (64 PS) bis zur Rotax-912-Familie; Standard der jüngeren Versionen ist der Rotax 912 UL mit 80 PS, der 912 ULS mit 100 PS ist Option (in den USA zusätzlich Sauer S 2200 UL). In Deutschland sind darüber hinaus Verner SV 1400 und Wankel LCR-814 TG ti freigegeben.
Fliegerisch ist die S-6 ein STOL-Flugzeug: konstante Flügeltiefe, großzügige Klappen, Startstrecken von rund 210 bis 220 ft und Landestrecken von etwa 260 ft nach Werksangabe. Die Überziehgeschwindigkeit liegt bei 66 km/h clean und 58 km/h mit Klappen, in der deutschen UL-Version bei rund 63 km/h IAS mit Vollklappen. Mit dem Rotax 912 ULS steigt sie mit bis zu 1.250 ft/min, im Test der deutschen UL-Version mit dem 80-PS-Rotax 912 wurden etwa 4,5 m/s erreicht. Die Kabine ist mit 42 bis 45,5 Zoll für ein Rohr-und-Tuch-UL erfreulich breit, das Hauptgepäckfach nimmt 50 lb auf.
Stärken sind die enorme Kurzstart- und Landefähigkeit, die gutmütige Langsamflugcharakteristik, die einfache Reparierbarkeit der Zelle und – dank rund 2.100 gebauten Exemplaren – eine ordentliche Versorgungslage mit Bausatzteilen. Die Schwächen liegen genauso offen: Die Reisegeschwindigkeit von 169 bis 185 km/h ist gemessen an modernen Kunststoff-ULs bescheiden, die Stoffbespannung altert und muss irgendwann erneuert werden, und die Vielfalt an Varianten und Flügeln macht jedes Inserat zum Einzelfall. Die deutsche Musterzulassung ist im DAeC-Kennblatt Nr. 61106 (Ausgabe 14, 06.08.2014) dokumentiert: MTOM 400 kg mit Rotax 503, 400 oder 450 kg mit Rotax 582 und Rotax 912, 450 kg mit Verner SV 1400 und Wankel LCR-814 TG ti; die Auflastung auf 450 kg gilt seit 01.09.1998 und ist an Motor-/Propellerkombination, Lärmnachweis und eine Nachprüfung mit Wägung gebunden. Welcher Wert für das konkrete Flugzeug gilt, steht im Kennblatt-Eintrag und in den Papieren des Flugzeugs.
Die S-6 Coyote II passt zu Piloten, die kurze Graspisten, Buschflugcharakter und entspanntes Langsamfliegen suchen und mit einem Flugzeug leben können, das man selbst pflegt und reparierbar hält. Wer Reisegeschwindigkeit, Glascockpit und werksgepflegten Support erwartet, ist bei modernen Kunststoff-ULs besser aufgehoben.
Technische Daten
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